Unruhe , Verwirrtheit, Halluzinationen
#1
Hallo liebe Forumsteilnehmer,

meine Mutter, 66 J. ist seit über 5 Jahren an PSP erkrankt. Sie sitzt mittlerweile im Rollstuhl, kann kaum mehr verständlich sprechen und hat Pflegestufe 3, mein Vater pflegt sie zuhause.

Aktuell haben wir ein Problem mit plötzlich auftretender Unruhe, Verwirrtheit und leichten Halluzinationen (vor allem nachts). Seit ca. 1 Woche wird sie nachts ca. 10-15 mal wach, sitzt im Bett, wirft ihre Decken weg oder will aufstehen. Vorgestern Nacht ist sie sogar aus dem Bett gefallen und letzte Nacht sagte sie, sie will unbedingt nach Hause! Gestern machte sie tagsüber ihre Hand auf, als wollte sie etwas in Ihrer Handfläche zeigen. Da war aber nichts!
Meine Frage: Hat einer der Forumsteilnehmer sowas ähnliches auch beobachtet? Wenn ja, was kann man tun?

An ihren Medis wurde nichts geändert. Der Neurologe war vor 1 Woche noch da und vorgestern die Hausärztin. Wenn wir keine Lösung finden, bringen wir sie in die neurogeriatrische Abteilung einer Klinik hier in Duisburg sobald da ein Bett frei ist.
Mein Vater wird das nicht mehr lange schaffen. Sind für jeden Tip dankbar!

Liebe Grüsse und alles Gute an alle hier.

Andrea
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#2
Hallo Andrea,

bei Deiner Mutter kann natürlich etwas Anderes vorliegen als bei uns, aber lese trotzdem mal meinen Beitrag "es lag nicht am Amantadin".

Mein Mann hatte Halluzinationen und große Unruhe, einziger Grund war eine Überlaufblase mit Harnstauungsniere 2. Grades (die Halluzinationen waren evtl. schon Vergiftungserscheinungen). Wurde nicht einmal im KH auf der Inneren festgestellt. Die sehen nur PSP ?? das ist ein Fall für den Neurologen und verweisen weiter in die Neurologie.

Bei uns ist die Unruhe weg. Er hat einen SP Katheter bekommen, dadurch haben wir zwar andere Probleme, aber ich denke er gewöhnt sich schon daran. Hoffe ihr findet schnell die Ursache.:-)

Viele Grüße und viel Kraft
Gerlinde
Ehemann mit PSP/CBD mit sichtbaren Symptomen seit 2001
Diagnose 2004, verstorben 08.03.2011
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#3
Hallo Gerlinde,

vielen Dank für deinen Tip mit Hinweis auf eine evtl. Infektion.
Nur konnte keiner der behandelnden Mediziner etwas feststellen.

Ich hätte daher vermutet, die Verwirrtheit und Halluzinationen wären die Nebenwirkung von Amantadin. Nun hat der Neurologe ein Beruhigungsmittel, Neuroleptikum (Melperon)verordnet. Amantadin sollte damit zusammen aber nicht eingenommen werden (wg. Wechselwirkungen, Gegenanzeigen)! Ich bin gerade etwas unsicher, was wir nun damit tun sollen. Mein Vater will es ihr unbedingt die nacht geben, da auch er kaum noch Schlaf bekommt.
Kann mir da bitte jemand weiterhelfen?

Alles Gute für dich und Kurt und weiterhin viel Kraft!

Andrea
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#4
Hallo Andrea,

auch bei uns hat kein Mediziner zunächst etwas festgestellt. Er war in diesem Jahr bis Juli vier mal im KH. Die Ärzte dachten nur an ein neurologisches Problem. Es wurde Amantadin abgesetzt, da es bei A. als Nebenwirkung bekannt ist. Nur ich konnte das damals nicht glauben, da er A. seit 2004 bekam. Erst unser Urologe hat das festgestellt. Davor war er beim Internisten, der hat ihn nicht mal richtig untersucht und nur gesagt Amantadin muss weg und hat ihn weitergeschickt in die Neurologie. Die haben dann alle Medis abgesetzt, war eine schlimme Zeit für uns. Wir haben die Medis wieder langsam aufdosiert.

Das war keine Infektion, sondern die Blase hat sich nicht mehr richtig entleert. Obwohl bein Mann Harndrang hatte und ich mit ihm oft zur Toilette musste. Die Nieren sind jetzt, seit er einen Katheter hat wieder völlig in Ordnung, wir haben erst kürzlich die Nierenwerte überpfüfen lassen.

Beruhigungsmittel wirkten bei meinem Mann paradox, das hatte auch nicht geholfen. Aber ich kann Deinen Vater sehr gut verstehen. Ich wusste auch nicht mehr weiter und bin fast verzweifelt.

Hoffentlich findet ihr die Ursache, alles Gute für Euch.

Viele Grüße
Gerlinde


» Hallo Gerlinde,
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» vielen Dank für deinen Tip mit Hinweis auf eine evtl. Infektion.
» Nur konnte keiner der behandelnden Mediziner etwas feststellen.
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» Ich hätte daher vermutet, die Verwirrtheit und Halluzinationen wären die
» Nebenwirkung von Amantadin. Nun hat der Neurologe ein Beruhigungsmittel,
» Neuroleptikum (Melperon)verordnet. Amantadin sollte damit zusammen aber
» nicht eingenommen werden (wg. Wechselwirkungen, Gegenanzeigen)! Ich bin
» gerade etwas unsicher, was wir nun damit tun sollen. Mein Vater will es
» ihr unbedingt die nacht geben, da auch er kaum noch Schlaf bekommt.
» Kann mir da bitte jemand weiterhelfen?
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» Alles Gute für dich und Kurt und weiterhin viel Kraft!
»
» Andrea
Ehemann mit PSP/CBD mit sichtbaren Symptomen seit 2001
Diagnose 2004, verstorben 08.03.2011
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#5
Hallo Andrea,


bekommt deine Mutter denn auch L-Dopa? Das alleine kann, bei einer langen Einnahmedauer in höheren Dosen schon zu Halluzinationen führen, in Zusammenwirkung mit Amantandin, dies ist auch als Nebenwirkung angezeigt, könnte sich das noch verstärken. Mein Mann bekam zur Bekämpfung von Unruhe, Angstzuständen und Depressionen die Medikamente Seroquel und Cipramil. Eine "willkommene" Nebenwirkung dieser Medikamente ist Müdigkeit. Mein Mann schlief nachts damit recht gut. Vielleicht hilft dir das weiter.


Liebe Grüsse und alles Gute

Nina
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#6
Hallo Nina,

lieben Dank für deinen Tip mit Seroquel und Cipramil. Das klingt alles plausibel, unsere Hausärztin hatte auch zu Seroquel geraten. Aber der Neurologe hat halt was anderes verordnet, er sollte es ja wissen.

Meine Mutter bekommt L-Dopa und andere Medis seit Beginn der PSP- z.Zt.
L-Dopa 500mg/Tag, Amantadin 200mg/Tag, Amitriptylin 50mg/zur Nacht.
Dazu jetzt noch Melperon Tropfen, welche die letzten 2 Nächte verabreicht wurden, sich aber nichts an der Unruhe und Verwirrtheit geändert hat.
Wir wissen uns keinen Rat mehr und warten nun darauf, dass in der Klinik ein Bett frei wird.

Liebe Grüsse und alles Gute,

Andrea
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#7
Hallo Andrea,

bis ihr das Bett im Krankenhaus bekommt, das kann dauern. Da könnt ihr schon mal überlegen ob sonst eine Entzündung vorliegen könnte. Zähne, Erkältung, Lungenentzündung, Blase oder frisch geimpft (Reaktion)?

Alles Gute und viel Kraft
Gerlinde
Ehemann mit PSP/CBD mit sichtbaren Symptomen seit 2001
Diagnose 2004, verstorben 08.03.2011
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#8
Hallo Gerlinde,

unsere Hausärztin hat bereits in der Klinik angerufen, es kann noch ca. 1 Woche dauern. Sie rufen an, sobald was frei ist.

Keine Erkältung, kein Husten, kein Fieber, keine Lungenentzündung. Aber Verstopfung seit über 1 Woche (habe ihr heute Zäpfchen zum abführen gegeben). Und Grippeimpfung hat sie letzten Dienstag bekommen, aber die Symptome waren vorher schon da.
Hab keine Idee mehr - ausser L-Dopa und Amantadin langsam runter zu dosieren und gucken was passiert. Das wiederum will mein Vater nicht.
Ich frage morgen noch mal nen Arzt.

Lieben Dank für deine Mühe,

Andrea
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#9
Hallo Andrea,

ich hoffe ihr habt das Problem zwischenzeitlich im Griff?

Mein Mann hatte auch seit längerem Verstopfungen. Es stellte sich heraus, dass er diese von Edronax 0,4 mg (1/2 - 0 - 0 ) bekommen hatte. In den Nebenwirkungen sind Verstopfungen aufgeführt, aber wir dachten bei einer halben Tablette? Es ging gar nichts mehr, keine Movicol Tütchen, keine eingeweichten Pflaumen und immer Zäpfchen ist auch keine Lösung. So haben wir jetzt nach mehreren Wochen Edronax wieder abgesetzt und siehe da, es klappt wieder. Trotzdem Schade, Edronax wirkt etwa wie 100 mg Amantadin bei meinem Mann.:-(

Viele Grüße und viel Kraft
Gerlinde
Ehemann mit PSP/CBD mit sichtbaren Symptomen seit 2001
Diagnose 2004, verstorben 08.03.2011
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#10
» Hallo Andrea,
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» ich hoffe ihr habt das Problem zwischenzeitlich im Griff?
»
» Mein Mann hatte auch seit längerem Verstopfungen. Es stellte sich heraus,
» dass er diese von Edronax 0,4 mg (1/2 - 0 - 0 ) bekommen hatte. In den
» Nebenwirkungen sind Verstopfungen aufgeführt, aber wir dachten bei einer
» halben Tablette? Es ging gar nichts mehr, keine Movicol Tütchen, keine
» eingeweichten Pflaumen und immer Zäpfchen ist auch keine Lösung. So haben
» wir jetzt nach mehreren Wochen Edronax wieder abgesetzt und siehe da, es
» klappt wieder. Trotzdem Schade, Edronax wirkt etwa wie 100 mg Amantadin
» bei meinem Mann.:-(
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» Viele Grüße und viel Kraft
» Gerlinde


Hallo Gerlinde,


auch mein Mann hatte immer wieder heftig mit Verstopfung zu kämpfen,Durogesic-Pflaster und Morphinsulfat trugen "ihr Bestes" dazu bei. Wenn gar nichts mehr ging, bekam er Lecicarbon-Supp., die haben eigentlich fast immer gewirkt. Villeicht hilft es deinem Mann bei Poblemen ja auch.


LG
Nina
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